Mittwoch, 30. Dezember 2009

Der Elefant

Ok, nach dem ersten eher missglückten Versuch noch ein Versuch, über den Elefanten zu reden. Und über die Umwelt. Also zuerst über die Umwelt. Wenn man das versucht, gerät man ja schnell in die Predigtform, die sich nach hintenrein selbst erledigt, weil man ja ipso ergo auch ein Umweltschwein ist (das Umweltschwein ist nicht das Grippeschwein, nur so). Jeder einigemassen denkende Mensch weiss, dass unsere Art vom Grunde auf verkommen und verrottet ist und alle Appelle zwecklos. Nur Gesetze wirken, hinter denen Polizei und Gefängnis steht. Und auch das hilft nicht immer. Oder ja, Geldgeschenke sind auch gut.
Wäre man ein braver CO2-freier Engel, würde man sofort in wärmere Gefilde ziehen und dort in einer Hütte ohne Strom und Wasser leben, um nach 20 Jahren mühsamer Feldarbeit dasselbige zu düngen. Nee, was?

Egal. Der Planet wird sich ändern, schneller als allen lieb ist. Wärmere Luft bedeutet vor allem mehr Bewegung in der Atmosphäre, sagte mir jemand, der jetzt im Irrenhaus sitzt. Mehr Stürme, mehr heftige Niederschläge (auch Schnee, Schneee ist auch ein Niederschlag!), wann und wo man es nicht erwartet und wenn man es erwartet, dann nicht. Aber vorher kommt der Elefant (den es ja nun in echt bald schon nicht mehr gibt, weil es in weiten Teilen von Afrika nicht mehr regnet.)
Und der Elefant ist das, was die Politiker rund um den Globus auf alle Umweltdesaster pfeiffen lässt. Klimaziele werden auf die nächste Debatte verschoben und Kriegsenden auf das Ende von Regierungsperioden. Nur deswegen.
Weil das Öl bald alle ist. Oder ok, es ist nicht bald alle, aber es wird schon bald zu teuer um das zu erhalten, was sich derzeit auf unserem Planeten abspielt: 6 Milliarden Menschen. Davon sind etwa 4 ohne fossile Brennstoffe und rechtzeitige Alternativen nicht überlebensfähig. Während das so langsam durchsickern wird, wird es jede Menge politischen Aufruhrs geben. Und um das so lange wie möglich aufzuschieben und sich die letzten Ressourcen zu grapschen, führen Friedensnobelpreisträger Krieg. Während zufällig genau im Armuts und Umweltdesastergürtel Terror und Drogen gedeihen. Nur gut ernährte Menschen sind demokratiefähig. Das ist jetzt natürlich nur so ein Klischeestatement. Auch gut ernährte Menschen haben Probleme damit, etwa als Präsident. Der Durchschnittspräsident als solches will hauptsächlich Macht und Geld. Und es interessiert ihn nicht, ob in 30 Jahren Millionen Menschen ertrinken, wenn er jetzt mit Öl und Kohle seine (manchmal sogar frei gewählte) Position behalten kann.

Natürlich spielt auch Geld eine Rolle und torpediert Auswege. In Deutschland zum Beispiel haben wenige Energiekonzerne die Macht und indirekt auch Regierungsgewalt.
Deswegen sind wir abhängig von den Russen und den Amerikanern. Die liefern uns Öl und sichern uns Öl in der Zukunft. Und die Chinesen können machen, was sie wollen, so lange sie unsere Waren kaufen.
Wegen der Energiekonzerne sind die Kraftwerke in Deutschland alles Kohlekraftwerke und abgeschriebene unsichere Kernkraftwerke. Um so mehr Energie nämlich verschwendet wird, desto mehr Gewinn machen Energiekonzerne. Die haben kein Interesse am Sparen. Oder an anderen Lösungen. Die anderen Lösungen wie Fusionskraftwerke bezahlt der Steuerzahler ganz allein. Und wenn sie dann mal funktionieren würde es mich nicht wundern, wenn sie den Energiekonzernen für lau zur Betreibung überlassen werden. Weil die ja die "Infrastruktur" mitbringen, also die Netze.

Eine Wende wird erst möglich sein, wenn die Wirtschaft nicht mehr mitregiert.
Um also nocheinmal das Dilemma zu entblössen. Um die Bevölkerung und Geldhaber bei Laune zu halten wird die Umwelt auf Teufel komm raus ruiniert. Die Umwelt rächt sich dann auch, aber später. Und nur dieses später zählt noch.

Warum will aber das Wir-sind-das-Volk nicht seine Regierung zur Umweltfreundlichkeit mahnen? Da gibt es folgende Gründe: Unverständnis von abstrakten Problemen wie Klimawandel, Herdentrieb (ich mach es so wie es die anderen machen und werde nicht der erste sein, der es ändert), Authoritätshörigkeit und Angst um den Job. Dazu kommt noch, dass der Mensch an sich jede Art von Unbequemlichkeit gern vermeidet.

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