Mittwoch, 12. November 2014

Die Botschaft des Zen

Man liest ja immer mal wieder über Zen-Anekdoten oder Zen-Rätsel. Ich will hier mal kurz und bevor es meinem löchrigen Sieb entschwindet, die Bedeutung einiger Varianten erfassen, die mir bis jetzt untergekommen sind.

1. Das Erkennen des Selbst. Hierbei kann es um das geistige Innere oder einen Umstand gehen, in dem sich der Angesprochene befindet. Wichtig ist nur, dass der Angesprochene herausfindet, dass die Person, über die gesprochen wird, er selbst ist.

2. Die Unwichtigkeit aller, Rituale, Titel oder Namen. Diese Anekdoten berichten über das Treffen von Königen usw. mit Zen-Mönchen. Denen ist es dann herzlich egal, wen sie vor sich haben oder wer sie selbst sind. Oder es geht um Mönche, die bestimmte Rituale (etwa den Besuch eines heiligen Berges oder ein Schweigegelübde) besonders für wichtig halten. Darum geht es beim Zen aber gerade nicht und über diese Leute wird sich dann lustig gemacht. Der Zugang zur "Erleuchtung" ist ganz einfach und hat mit Heiligkeit nichts zu tun. Wird nach Namen oder Örtlichkeiten oder einem Wo gefragt, gilt es zu genau so zu erkennen, dass Namen und Orte nichts bedeuten.

3. Erkennen der Anhaftung des eigenen Geistes an Kleinigkeiten, Zwickmühlen, Alltäglichkeiten. Der Geist wird dann symbolisiert etwa als Tier, dass es freizulassen gilt. Immer wenn Zwickmühlenfragen gestellt werden, geht es darum, den eigenen Geist genau davon zu befreien indem man erkennt, dass er im Prinzip schon frei ist.

4. Das Erfassen des Ichs im Anderen. Alles ist miteinander verknüpft. Das sind die Fragen nach dem Geräusch im Wald, wenn keiner zuhört oder der Hand, die allein klatscht. Alles Lebendige und auch Tote gehört zusammen, geht ineinander über und ist gleich gut.

5. Alles ist eins und doch nicht dasselbe. Eins nach dem Ursprung und dem Wesen, unterschiedlich nach der Ausprägung. Hierher gehört auch der Ausbruch aus dem Entweder-Oder, denn das Gegenteil einer Wahrheit kann eine andere Wahrheit sein.

6. Was man wahrnimmt, ist die Reflektion des Egos. Das Ego selbst ist die Reflektion dessen, was man wahrnimmt.

7. Erfahrungen sind der einzige Schatz von Wert. Den Schmerz müssen alle ertragen, aber über das Leiden entscheidet man selbst. Das Perfekte gibt es nicht aber jedes Ding für sich ist perfekt.

Ich ergänze später noch, was mir so einfällt.

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