Hinter roten Samtes Falten
seufzt die Gräfin Welfensteyn:
"Leg die Bücher weg, die alten,
laff doch daf Ftudieren fein!
Wie in guten alten Pfeiten,
unterm Mondlicht, herrlich bleich,
laff unf durch die Lüfte gleiten,
über Gräber, Wald und Teich!”
Ihre Haare schimmern lila-
weiß im sanften Kerzenlicht.
Und im Sessel regt sich wieder
ihr Vermählter und er spricht:
"Liebef kleinef Honigmäulchen,
lange hab ich nachgedacht,
wie die Menffen uns doch haffen,
ganpf befonderf in der Nacht."
Ihrem grübelvollen Gatten
legt sie ihre schmale Hand
auf die Schultern, diese traten
scharf hervor im Nachtgewand.
Früher warn fie rabiat.
Hatten Fackeln, Fpiefe, Harken
und daf Krupfifikf parat.
Heute ist es Hepfgepfreib.“
„Wörter!“, ruft er. „Wunderbar!
Oh, welch Geniuf ift mein Weib
und ihr Denken pfarf und klar!“
Langsam streicht sie seine Stränen
glatt, mit Fingern, reich beringt
und sie hofft, dass aus dem schönen
Schopf ein Geistesfloh entspringt.
"Meinft du, ob wir nicht fo einen
rührfehligen Pfreiber finden?
Und mit ein paar grünen Pfeinen
wird er Pfeilen für unf pfinden!
Viel umff Küffen muff ef gehen
um daf Pfickfahl, um daf Herpf!
Feelenbande will ich fehen,
Liebefkummer, Liebeffmerpf!"
Ach, die Dame ist erleichtert
„Mäufepfähnchen, pfauberhaft!
Heute haft du mich begeiftert
und ich hab pfon nachgedacht.
Ein paar gute Kandidaten
habe ich im Repertoire,
segeln wir durch nächt'ge Pfatten,
vite, verf lef poètef noirf!"
"Auf!" spricht Herr von Welfenstein,
und verpufft nun augenblicklich
in ein Fledermäuselein,
"Paff doch auf, wie unvorfichtig."
hält die Gattin ihn zurück,
öffnet rasch die Tür aus Glas,
und folgt ihm ein kleines Stück
später, voller Takt und Maß.
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