Es ist ein Tag vor vielen Lenzen als ein Drache mit fünf Schwänzen,
jedoch mit nur einem Kopfe es sich in just denselben setzt,
es täte seinem Stande gut wenn er eine Prinzessin frässe.
Und während er geringelt ruht, vor seiner Höhl ein Herold krächzt
dass im nahen Schlosse hier gibt es ein Turnier um Vier
und jedem Ritter ständ es gut, wenn er dort im Sattel säße.
Der Prinzessin fernes Bild spiegelt sich in mancher Rüstung,
als sie lichtumflossen steht auf des Schlossturms enger Brüstung.
"Ich sag euch, das Turnier beginnt, für Prinzessin Siegelind!
Ihre Hand wird dem gebühren, der weiß die stärkste Lanz zu führen."
Die Ratten in der Speisekammer der königlichen Küche jammern
"Das Königshaus, das ist bankrott, bei uns herrscht bald die Hungersnot..."
Bis eine spricht "Lass uns doch wimmeln, zu den hehren Käsehimmeln.
Bei den Fratern einzukehren, werde ich den Weg euch lehren."
Der Drachen pflückt die Siegelind von des mächt'gen Turmes Zinnen,
er klemmt sie locker untern Arm und flattert übern Tann von hinnen.
Sie rufet Hilfe und vom Auge sieht man ihre Tränen rinnen.
Die Ritter sich zum Retten rotten beim Teiche im Marillengrund,
um Prinzessin Siegelind zu schützen vor dem Drachenschlund.
Die Knappen sehn Karotten mampfend, die Ritter manche Lanze brechen,
weil die Kettenhemdenträger scheppernd sich den Rang erstreiten,
wer den Drachenpelz der Dame morgen darf zu Füssen breiten.
Hernach ihre Rosse dampfend die Lungen aus dem Hals sich hecheln.
Es knattern Fahnen leis im Wind, die Recken rasten müd im Dreck
sie haben keine Lust mehr heute, an dem Tiere sich zu rächen.
Sie bauen Zelte auf dem Fleck und fangen lautstark an zu zechen.
Der Drachen schluckt die Sieglind ganz samtens Kleid und Firlefanz
Als kleine Mahlzeit zwischendrein, so fährt sie in die Echse ein.
Über Berg und grüne Wipfel setzt er seine Reise fort, hungrig ist er, grantig ist er,
und so kehret er nicht heim, denn zu dürren Adelsknochen
noch ein paar fette Mönchelein, in ihrem eignen Saft zu kochen
dazu hat er große Lust, lüstern bläht er seine Nüstern.
Derweil grimm auch Rattenhorden in Reih und Glied die Wege schreiten
hin zum Kapuzinerorden wo die gelben Käse reifen.
Als die Schatten länger fallen, an dem elften Mai des Jahres
und Ratten in die Keller quellen, spricht der Abt den leisen Segen
- auf Käseleib und Quittengeist -
die der Herr erhälten möge, des mönchlichen Genusses wegen.
Nun nimmt das Schicksal seinen Lauf, die Schädlingsbrut ernährt sich wild.
Der Abt bekreuzigt sich ganz still und dann exklamiert er "Hülft!"
Der Orden windet sich zur Kette, vom Kellerloch zum Hofe hoch,
wird alles Essbare gebracht und im Fackelschein bewacht.
Der Lindwurm traut den Augen kaum, das Klosterhof ist ein Bankett.
Nicht nur Gottesschaf voll Eifer, auch noch runde Käseleiber.
Die Flamme sanft auf Grill gestellt, schwebt er übers Himmelszelt.
Der Schmaus beginnt und viele Seelen der Herrgott zu sich rufet.
Hörner schallen, Rufe hallen, die Ritter sahn die Feuersbrunst,
so voll wie die Haubitzen, sie zu Pferde sitzen.
Der Drach denkt nach und fliegt aufs Dach
und schnaubt und faucht und lacht und grunzt,
ein verquerer Bissen macht, dass er schnöd erstickt und drauf
auf die edlen Herren kracht von den Kirchturmspitzen.
Der Nachtwind stöhnt, die Flammen prasseln, im Keller noch ein Bruder fröhnt
Er tauft mit klarem Quittenschnaps die Ratten für den heil'gen Papst.
Da fährt der Mephistopheles aus der Hölle auf und höhnt:
"Ich mag dich, du muntrer Bursch, nimm diesen Säbel und dann husch
hinauf. Hinauf, hinauf, entrinn dem Feuer!
In dem starren Drachenleib harret dir ein holdes Weib,
du musst ihn einfach nur zerlegen bis die Dirn sinkt dir entgegen.
Als Preis dafür ich meinem Meister, weihe dies Gemäuer."
Der Brave hackt wie ein Besengter und durch des Lindwurms Schuppen sprengt er,
schneidet sich durch das Gewebe und hofft das Siegelind noch lebe,
Bald hört er die Verschluckte schreien, sie reicht ihm die beringte Hand,
"Sei mein Galan du Drachentöter und regiere dieses Land!"
Mit Schaudern fliehen sie den Ort wo fortan nur die Teufel hausen,
sie leben redlich viele Jahr, gefolgt von ihrer Kinderschar.
Das ist wirklich so geschehn ich erzähl euch keine Flausen.
Montag, 9. November 2015
Sonntag, 31. Mai 2015
Die besten Animes - My Anime Top List - Good Anime
Hier also eine Liste von Animes, die mir gefallen und auch ein bisschen niveauvoller sind als die Masse oder wenigstens nicht so krank:
This is a list of good anime.
This is a list of good anime.
- Inuyasha
- Kamisama Kiss
- Hagane no Renkinjutsushi (Full Metal Alchemist)
- Kobato
- Twin Spica
- Mushishi
- Nodame Cantabile
- Kino no Tabi - The Beautiful World (Kinos Journey)
- Kādokyaputā Sakura (Card Captor Sakura)
- Usagi Doroppu (Usagi Drop, Bunny Drop)
- Furūtsu Basuketto (Fruits Basket)
- XXXholic
- Tsubasa: Rezaboa Kuronikuru (Tsubasa: Reservoir Chronicle)
- Barakamon
- Haibane Renmei
- Natsume Yūjin-chō (Natsumes Book of Friends)
- Gingitsune
- Shigatsu wa kimi no uso (Your Lie in April)
- Akage no An (Anne mit den roten Haaren, Anne of Green Gables)
- Nishi no Yoki Majo (Astraea Testament, The good Witch of the West)
- Tenkū no Esukafurōne (Visions of Escaflowne)
- Shin Seiki Evangerion (Neon Genesis Evangelion)
- Avatar: The Last Airbender (eigentlich kein Anime, aber dicht dran)
- Pluto
- Monster
- Ningyo Shirīzu (Mermaid Forest, Mermaid Saga)
- Akatsuki no Yona - The girl standing in the blush of dawn
- Somali and the Forest Spirit
- Spy Family
- Chobits
- Non Non Biyori
- Kyoukai no Rinne
- Charlotte
- Akagami no Shirayukihime (Snow White with the red Hair)
- Masutā Kīton (Master Keaton)
- The Millionaire Detective (Balance: Unlimited!)
- Enjeru Bītsu (Angel Beats!)
- Dororo
- Shōwa Genroku Rakugo Shinjū
- Noragami
- Subete ga F ni Naru (The perfect Insider)
- Sakurako-san no Ashimoto ni wa Shitai ga Umatteiru (Beautiful Bones: Sakurako's Investigation)
- Shadows House
- To Your Eternity
- Kuma Miko
- The Founder of Diabolism (Mo Dao Zu Shi)
- Sword Art Online
- Inuyashiki
- 7th Time Loop
- The Apothecary Diaries
- My happy Marriage
- Fukigen na Mononokean
Montag, 19. Januar 2015
Yellow Umbrella "NO PEGIDA" Song Lyrics
Da ich im Internet keine Lyrics zum "No Pegida"-Lied von Yellow Umbrella, Ronny Trettmann und Tiny Dawson gefunden habe, möchte ich diese hier zur Verfügung stellen. Alle Rechte und Inhalte gehören den oben genannten.
"No PEGIDA!
Pegida, Legida, mal im Ernst ihr tut mir leid,
ist es wirklich der Islam, der euch auf die Straße treibt?
Ich muss euch nur einmal seh'n und weiß sofort Bescheid,
euch reitet Angst, Ignoranz und simpler Futterneid!
Schaut euch doch mal um, müsst ihr euch nicht fragen,
links von euch nur Menschenfeinde, rechts braune Kameraden.
Euer ganzer Mob samt euren Hasstiraden,
erinnern mich an Hoyerswerda, Mölln und Lichtenhagen.
No, nononono, no Pegida!
Ihr habt schon recht, ihr seid das Volk und das ist das Problem,
wenn ich wieder mal im Westen spiel, muss ich mich für euch schäm'n.
Dort wo's Volk mal helfen kann, macht ihr euch's bequem,
ich hab schon dran gedacht, mir das säggsch abzugewöhn.
Ich appellier an jeden, der in euern Reihn noch denkt,
was ist los mit euch, warum seid ihr so faktenresistent?
Euer ganzer Hass vergiftet unser Klima,
von Elbflorenz bis LPZ wir sagen No Pegida!
No, nononono, no Pegida!
Hört nicht auf die Brandstifter, fürchtet kein Kopftuch,
macht den Fernseher aus und lest doch mal 'n Buch.
Wir grüßen jeden Moslem in unserm Heimatland,
der Feind steht ganz woanders und setzt unser Haus in Brand.
Wir brauchen keine radikalen inhumanen Spinner,
wir alle wissen Glaubenskrieg kennt keine Gewinner.
Ihr macht mir wirklich Angst mit euern Deutschlandfahnen,
wo wart ihr als die vom NSU gemordet haben?
Glaubt ihr, dass einer von euch ein größ'res Auto fährt,
wenn man in Berlin das Asylgesetz verschärft?
Mal wieder lauft ihr blind und stumpf den Falschen hinterher,
aber nicht mit uns, Leipzig, Dresden stellt sich quer!
Wir solln unterscheiden zwischen Bürger und Rassist,
dann unterscheidet bitte zwischen Moslem und Islamist.
Euer ganzer Hass vergiftet unser Klima,
von Elbflorenz bis LPZ wir sagen No Pegida!
No, nononono, no Pegida"
"No PEGIDA!
Pegida, Legida, mal im Ernst ihr tut mir leid,
ist es wirklich der Islam, der euch auf die Straße treibt?
Ich muss euch nur einmal seh'n und weiß sofort Bescheid,
euch reitet Angst, Ignoranz und simpler Futterneid!
Schaut euch doch mal um, müsst ihr euch nicht fragen,
links von euch nur Menschenfeinde, rechts braune Kameraden.
Euer ganzer Mob samt euren Hasstiraden,
erinnern mich an Hoyerswerda, Mölln und Lichtenhagen.
No, nononono, no Pegida!
Ihr habt schon recht, ihr seid das Volk und das ist das Problem,
wenn ich wieder mal im Westen spiel, muss ich mich für euch schäm'n.
Dort wo's Volk mal helfen kann, macht ihr euch's bequem,
ich hab schon dran gedacht, mir das säggsch abzugewöhn.
Ich appellier an jeden, der in euern Reihn noch denkt,
was ist los mit euch, warum seid ihr so faktenresistent?
Euer ganzer Hass vergiftet unser Klima,
von Elbflorenz bis LPZ wir sagen No Pegida!
No, nononono, no Pegida!
Hört nicht auf die Brandstifter, fürchtet kein Kopftuch,
macht den Fernseher aus und lest doch mal 'n Buch.
Wir grüßen jeden Moslem in unserm Heimatland,
der Feind steht ganz woanders und setzt unser Haus in Brand.
Wir brauchen keine radikalen inhumanen Spinner,
wir alle wissen Glaubenskrieg kennt keine Gewinner.
Ihr macht mir wirklich Angst mit euern Deutschlandfahnen,
wo wart ihr als die vom NSU gemordet haben?
Glaubt ihr, dass einer von euch ein größ'res Auto fährt,
wenn man in Berlin das Asylgesetz verschärft?
Mal wieder lauft ihr blind und stumpf den Falschen hinterher,
aber nicht mit uns, Leipzig, Dresden stellt sich quer!
Wir solln unterscheiden zwischen Bürger und Rassist,
dann unterscheidet bitte zwischen Moslem und Islamist.
Euer ganzer Hass vergiftet unser Klima,
von Elbflorenz bis LPZ wir sagen No Pegida!
No, nononono, no Pegida"
Donnerstag, 15. Januar 2015
Die Marketingstrategie von PEGIDA
Dies soll eine reine Analyse sein und keine Wertung. Ich finde die Strategie von Pegida interessant und möchte sie deshalb offenlegen. Immerhin hat Pegida-Gründer Herr Bachmann eine PR-Agentur, Herr Kubitschek einen Verlag und die inzwischen ausgeschiedene Frau Oertel ist Wirtschaftsberaterin. Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit der Analyse überhaupt, immerhin habe ich mich mit einer Werbefachfrau zusammengesetzt. Was natürlich immer vorkommen kann ist der Effekt, dass etwas von außen geplant wirkt, sich in Wirklichkeit aber einfach so ergeben hat (so entstehen unter anderem auch Verschwörungstheorien). Ich war selbst bei keiner der Demonstrationen, sondern habe sie nur über ruptlytv verfolgt (ein Russia Today-Sender, RT ist das Propagandamedium der Putin-Regierung). Was sind nun also die Werbestrategien von Pegida? Gehen wir sie mal Punkt für Punkt durch:
- Absichtliche Ignoranz: Eine Eigenschaft des Menschen, die Pegida überhaupt erst möglich macht. Offensichtliches wird ignoriert, ob Gefahr oder Verletzung der Moral, um weiterhin zur Gruppe zu gehören, in eine Gruppe aufgenommen zu werden oder einfach wegen eines kleinen Vorteils (dann nennt man es auch Korruption). So wird das Schicksal von Ausländern ignoriert, um sich "deutsch" zu fühlen. Dieselbe Ignoranz ermöglicht aber z.B. auch Massentierhaltung und Billiglohnarbeit.
- Beeinflussung: von Polizei, Politikern und Prominenten. Versuchen kann man es ja mal. Diese werden im besten Fall zu Multipliaktoren und Lobbyisten.
- Elitegefühl: Jeder möchte gern etwas besonderes sein. Das Elitegefühl wird in Reden speziell vermittelt. Und wenn man sich einfach nur versammeln muss, um die Elite Deutschlands zu sein, wie praktisch.
- Erzfeind: Der Islam, besonders muslimische Asylanten. Für Steve Jobs gehörte der Erzfeind zu jeder guten Präsentation. Weitere Feinde sind: Regierung, Presse, Geheimdienst. Es werden auch imaginäre Feinde erschaffen, etwa die "Asylindustrie". Die Beseitigung der Feinde ist das Allheilmittel für die Gesellschaft. Vom Erzfeind zum Sündenbock ist es nicht weit.
- Eventmarketing: Besonders interessant ist die Benutzung des gewaltfreien Protestes und der Meinungsfreiheit zur Verbreitung unfriedlichen Gedankengutes. Kleine, aber viele Events erzeugen den Eindruck tatsächlich nicht vorhandener Größe. Durch Reiz- und Schockthemen bekommen auch kleine Events ein großes Medienecho und Gehör bei der Politik und so gelingt es, wie bei der 68iger Studentenbewegung, einer Minderheit, die Mehrheit zu beeinflussen.
- Exklusivübertragung: der kompletten Demonstrationen durch den russischen Sender RT im ersten Jahr. Diese offene Unterstützung von Pegida durch Russland war besonders fragwürdig und interessant. Inzwischen hat Pegida seine eigenen Livestreams und RT die Übertragungen eingestellt.
- Fokusgruppe: Die Demonstranten jeder Demonstration geben ihre Ideen und Wünsche an Pegida und verbessern so das "Produkt".
- Heimlichtuerei: Den Medien und Konsumenten werden nur kleine, anregende Informationshappen verabreicht. Das machen Filmstudios etwa mit Trailern. Man gibt sich verschlossen (seltene oder keine Interviews und Kommentare) und erzeugt dadurch Interesse und eine Sogwirkung. Es wird der Wunsch erweckt, das große Ganze zu sehen. Auch die Demonstrationen wirken als Trailer für die Kundgebungen, die dann wie Hauptfilme sind.
- Ideen-Kidnapping: Ideen und sehr unterschiedliche Forderungen der Demonstranten werden der eigenen Strategie einverleibt und untergeordnet bzw. beides miteinander verknüpft: "Waffenhandel sorgt für Flüchtlinge" (stimmt übrigens). Taktiken und Symbole von radikalen Linken und Bürgerrechtlern werden kopiert.
- Katastrophen: katastrophale Zustände werden prophezeit. Dies ist typische Sekten-Taktik.
- Kundenkontakt: Der neugierige Bürger wird während der Demonstration im direkten Gespräch und über Ansprachen überzeugt.
- Kurzes und deutliches Konzept: Einen 6- oder 10-Punkte Plan kann sich jeder merken.
- Manipulation: Es gibt vielfältige Methoden, bei der Pegida besonders beliebt ist die Methode "Wer dreimal die Wahrheit sagt, dem kann ich auch weiterhin vertrauen" sowie auch das partielle Ausblenden. So werden Argumentationsketten mit wahren Fakten begonnen und später mit Behauptungen, Pauschalisierungen und Polarisierungen fortgesetzt. Oder es werden aus Fakten falsche Notwendigkeiten abgeleitet, die ebenfalls als undiskutabel gelten sollen. Ein Beispiel wäre: "Die Ausländer begehen Straftaten und müssen deswegen das Land verlassen". Hier gibt es einen Fakt "Ausländer begehen Straftaten", eine Ausblendung "Deutsche begehen genauso Straftaten", eine Pauschalisierung "die Ausländer" und eine abgeleitete falsche Notwendigkeit "müssen das Land verlassen".
- Markenname: Einprägsam, da durch Vokale gut aussprechbar und kurz.
- Marktforschung: Im Osten Deutschlands herrscht eine besondere Paranoia vor Ausländern, vermutlich wegen der 40-jährigen Isolation. Thilo Sarrazins Buch hat zudem gezeigt, wie groß der Markt ist.
- Marktgestaltung: Der Markt, der bedient wird, wird zum Teil selbst geschaffen. Im Fall der Pegida sorgt dafür unter anderem der Verkauf von Angst- und Paranoialiteratur aus dem Kopp-Verlag.
- Mundpropaganda: Hierher gehört die Tupperware-Taktik "Jeder bringt einen mit". Aber auch "Augenzeugenberichte" (Testimonials) und Gespräche, die mit "Ich hab ja nichts gegen Ausländer...", "Hast du die Ausländer gesehen..." oder "Ich habe gehört, dass die Ausländer..." u.ä. beginnen.
- Opferrolle: Durch den Erzfeind wird man zum Opfer gemacht. Besonders gern wird schützenswertes emotional präsentiert: Kinder, Kultur, Heimat. Vom Opfer zur Elite wird man durch Erkennen und Handeln. Dabei wird ausgeblendet, dass der Erzfeind durch das Handeln ebenfalls zum Opfer werden kann oder vielleicht bereits ein Opfer ist. Einen Feind, der in Wirklichkeit bereits ein Opfer ist, bezeichnet man auch als Sündenbock. Immigranten und Religionsgemeinschaften sind traditionelle Sündenböcke.
- Outsourcing: Lossagung von Pegida-Ablegern, die nicht mehr ins Profil passen. Verdeckte Zusammenarbeit und Wiedereingliederung bleibt jederzeit möglich.
- PR: Werbung in Talkshows (Günter Jauch) und öffentlichen Diskussionsforen (SLpB).
- PR-Abteilung: Eigene "wahrheitsgetreue" Medienkanäle werden im Internet etabliert, in denen gerne Falschmeldungen verbreitet werden. Fakten der Mainstream-Medien ("Lügenpresse") werden als Meinungen hingestellt.
- Paranoia: Bedrohungen werden übertrieben (Islamisten) und Angst vor Gegnern wird erzeugt (Antifa). Dafür werden aktuelle Beispiele ausgenützt (Charlie Hebdo in Paris, MOPO-Anschlag in Hamburg, Straftaten von islamistischen Tätern). Die Benutzung von Beispielen zur Verallgemeinerung und Pauschalisierung bezeichnet man im Englischen als "Cherry picking". Die Strategie der Verunsicherung benutzen auch Versicherungen, natürlich in anderem Kontext.
- Pauschalisierung: Generelle Einteilung von Menschengruppen ("die Ausländer") ohne Differenzierung. Wird auch oft gemacht, ohne dass sich jemand daran stört, siehe "Hipster" oder "Generation Y" und ist in der Werbewelt gang und gäbe, siehe Zielgruppe. Die Gefährlichkeit liegt also nicht in der Pauschalisierung selbst, sondern in der Absicht dahinter. Ein lustiger Kommentar dazu hier.
- Polarisation: Erzeugung einer zwickmühlenartigen Schwarzweiss-Mentalität, dafür oder dagegen sein. Dies hilft bei der Identitäts- und Gruppenbildung und stellt eine Vereinfachung der Wahlmöglichkeiten dar.
- Produkt: Sicherheit durch einfache Lösungen für ältere Kunden. Aufbruch und Wechsel für jüngere Kunden. Ein flexibles Produkt sorgt für die Erfassung einer grossen Zielgruppe durch dehnbare Forderungen.
- Produktkonzept: Friedliche Bürgerbewegung ohne direkte Führungsfigur. Es ist auch nicht falsch, sich an dieser Stelle mal über den Begriff "Astroturfing" zu informieren. Ein Bericht über die Entstehung von Pegida findet sich hier.
- Produktfamilie: Legida und andere -gidas dienen dazu, flexibel auf die örtlichen Probleme der Menschen einzugehen. Kontakte und Netzwerke zu anderen rechten Gruppierungen.
- Produktvergleich: Die Fehler der Konkurrenten werden aufgezeigt, man selbst wird dadurch erhöht. Die eigenen Fehler werden ausgeblendet. Dem Konkurrenten wird vorgeworfen, genau das zu tun, was man selber tut (Lügen, Gewalt, Wahlfälschung, Erpressung etc.)
- Prominente: wie etwa Alice Schwarzer, Thilo Sarrazin oder Ralph Giordano werden zitiert.
- ROI: Reden-ohne-Inhalt bzw. Texte, die ausschließlich eine psychologische Verführung im Sinne haben, sind das Arbeitsfeld eines jeden Werbetexters. Sie können aber ohne weiteres auch als Aufputschmittel, etwa bei einer Kriegserklärung oder bei Demonstrationen, dienen. In diesen Reden werden hauptsächlich Emotionen angesprochen, sie sind aber auch gern gespickt mit historischen Fakten (Tradition), unbewiesenen Behauptungen, Polarisierungen und Pauschalisierungen.
- Schock: Beleidigung von Politikern und Medien und Ausloten von Tabugrenzen (Nazithematik) zur Vergrößerung des Medienechos. Bei Klaus Kinski hat das Beleidigen der Presse zum Beispiel prima funktioniert, verschiedene andere Stars vergrößern ihre Wahrnehmung durch schockierende Outfits oder unsittliche Provokation. Wie gründlich die beiden Konzepte Heimlichtuerei und Schock aufgegangen sind, zeigt zum Beispiel dieser Kommentar. Sie sind auch das Rezept für Filmgenres wie Krimi, Thriller und Horror.
Weiterhin werden Straftaten wie das Anzünden von Häusern gebilligt oder heruntergespielt und Journalisten und Unbeteiligte tätlich angegriffen oder beleidigt. Verbaler und tätlicher Terror beeindruckt die Anhänger und verängstigt die Gegner. - Social Media: Besonders Facebook, aber auch Youtube.
- Sprache: Einfach, direkt und emotional, entsprechend Hitlers Rezepten. Eine wichtige Rolle spielen Wiederholungen und vorgefertigte Schwarz-Weiss-Bilder, die kein Nachdenken mehr benötigen.
- Timing: ? Alles hierzu wäre Spekulation.
- Tradition: Bekanntes wird verwendet, dazu gehört Göbbels "Lügenpresse" oder das Leipziger "Wir sind das Volk" (bedeutet auch gleichzeitig unterschwellig: wir sind die Mehrheit). Das hilft bei der emotionalen Bindung. Bei Göbbels wird sich im Übrigen nicht nur wortweise bedient, sondern auch im thematischen Aufbau von Reden.
- Verkapselung: Rechtlich bedenkliche Meinungen werden in zitierfähige Sprüche eingekleidet. Eine Einführung dazu hier. Wichtige Mittel sind hier Euphemismen (schönfärberische Umschreibungen, die Bemühung um genau die politische Korrektheit, die gleichzeitig bekämpft wird), Dyphemismen (abwertende Begriffe wie "Regime" für Regierung), Transformationen (sowohl Umdeutungen wie "Linksfaschisten" als auch Zweckentfremdungen von Zitaten und Slogans) und Humor.
- Wertschätzung und Verständnis: Der Kunde fühlt sich am richtigen Platz, an dem seine Probleme gehört und gelöst werden. Letztendlich soll der Kunde ja auch freiwillig dabei sein.
- Wiederholung, Mantras, Rituale: Jeden Montag, immer die selbe Strecke gehen, immer die gleichen Slogans. Dient der Identitätsbildung einer Gruppe. Rituale, Prozessionen und Ansprachen sind auch Teil vieler Religionen.
- Wir-Gefühl: wie in einem Verein verteibt regelmäßiges Treffen und Geselligkeit die Einsamkeit.
- Ziel: Rechtskonservative Lobbyarbeit für verschiedene Parteien und Vereinigungnen. Verbreitung einer diffusen Athmosphäre der Angst, die Ausländer aus Deutschland fernhält. Gründung einer eigenen Partei und Aufstellung von Kandidaten zu Regionalwahlen. Abschaffung der Parteiendemokratie. Abspaltung des Bundeslandes Sachsen.
- Zielgruppe: sind alle Nichtwähler und Politikverdrossene.
- Zielort: Dresden ist mit seiner konservativen Prägung der perfekte Austragungsort.
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