Mittwoch, 3. Juni 2026

Der Schnee

Frostwind legt den Schnee in Wehen,
wird ans Fenster Blumen sähen.
Und ein ganzes Grußspalier
bau ich Dir aus Schneegetier.

Schnee ist Hydronol in Flocken,
oder Kohlensäure, trocken.
Doch wenn die vom Himmel fällt,
sieht es schlecht aus mit der Welt.

Zwischen alten Zeitungsrestern
finden wir den Schnee von gestern.
Kalt ists, grau ists, alles wartet,
wann der Wetterwandel startet.

Märzenbecher, Storchgeklapper
und der Stoff wird wieder knapper.
Sonnenstrahlen, grüne Wiesen,
und Allergiker, die niesen.

Mittwoch, 27. Mai 2026

Die lieben Enkel

Bart gezupft, Gebiss geklaut,
und das neue Hemd versaut.
So als Kinderturnanlage
ist's nix auf die alten Tage.

Fange spiel'n die kleinen Erben,
schwupps, liegt das Geschirr in Scherben.
Lärm, dass es im Brägen dreht,
Oma kappt das Hörgerät.

Worauf ihre Augen zucken:
Neu Color auf alten Drucken!
Hinterrücks das Geld stibitzt,
und das Sofabein beschnitzt.

Da, die Seife ausgetrunken
und am Ofen, spiel'n mit Funken.
Sind gerissen, diese Racker, 
doch der Opa hält sich wacker.
Schwafelt Stories und Kamellen,
bis die Kinder endlich schellen.

Dienstag, 26. Mai 2026

Mondlied

Zwischen dunklen Bäumelein 
lädt der Mond zum Träumen ein.
Hell und fröhlich schwebt er so,
wie der Mops im Paletot.
Wer versteht’s wohl auf der Welt,
wie der Schlingel sich da hält?

Mancher sagt, er wär aus Käse,
eine grauen Maus die fräße,
ihn in achtundzwanzig Tagen,
ja für einen Mäusemagen,
weiß ich, ist das echt genug,
da ich viele Mäuse frug.

Rundlich ist er, der Herr Pfarr,

hütet eine Herde gar,
manchmal wattig, weiß und klein
könn's auch schwarze Schafe sein,
die mit Diebes Stahl im Bunde,
ja und auch so manchem Hunde
dünkt er wäre liebend gern,
auf so einem Hundestern.

Liegt die Frage dann nicht nah,
der Mond sei für die Liebe da?
Küssen unterm Sternenzelt,
ganz egal, ob Wald, ob Feld.
Doch in diesem neu’n Jahrhundert
hätte mich das schon gewundert.

Montag, 11. Mai 2026

Ode an den Wein

Für Hoffnungs-, ach, und Wurzellose, 
bleibt die Soße aus Glucose. 
Die in roten Kullern rebt, 
dann mit Weingeist sich belebt,
in Ballons mit Röhrchen aussen, 
innen tut die Hefe schmausen. 

Das Ganze noch filtriert in Flaschen 
und schon fertig ist zum naschen, 
was den rasten Geist, den losen, 
sinken lässt in Richtung Hosen. 

Im Kopf bleibt nur noch Sinn und Licht, 
nicht mehr so ein Mistdickicht. 
Ja, was grad noch komplizert, 
ist jetzt einfach buchstabiert. 

Von Hemmung frei kann man jetzt sagen, 
oder singen schön und laut, das Leben sei, 
sonst fad und nüchtern, 
im Suff nur zu ertragen. 

Ein Riesenschritt in Richtung Eden 
wär ein Weinberg für ein' Jeden! 
Und was weiterhin noch fein, 
es fühlt sich nicht mehr so allein. 

Denn einen guten Grund zum trinken 
und Kumpane, die sich freun, 
finden sich doch alle mal, 
heute heisst es lustig sein! 

Drum hoch die Tassen liebe Schwestern 
und auch weinselige Brüder, 
trinket aus und schenket ein, 
zum Zimbelklange schwingt das Bein,  
dass die Feierlaune bleibt und wird niemals müder.