Neulich habe ich kurz nach Sonnenaufgang im Kühlschrank ein paar faule Kredite entdeckt und selbstredend sofort ins Rentenloch entsorgt. Danach flanierte ich durch meine Geldanlagen, wo die Kapitalerträge an Silberweiden und Goldruten reifen. Doch der raue Wind der Marktwirtschaft hatte dieses Jahr davon die Hälfte platzen lassen! Ach, wenigstens die Goldesel grasten friedlich neben ihren schimmernden Häufchen. Ein wenig missmutig ging ich dann mit ein paar Kredithaien und anderen großen Fischen in Liquiditätsproblemen baden.
Die rieten mir zu Einlagen für einen sicheren Stand. Am Nachmittag las ich dann ein Wertpapier, dass sein Papier nicht wert war (sicher von der Falschgeldpresse), als eine verlockende Verdienstmöglichkeit mit mir zu flirten begann. Ich bekam sofort sehr heiße Eisen in ihrem Finanzfeuer, verbrannte mir die Finger, richtige Dotcomblasen bekam ich! Da legte sie mir einen kühlen Sparkassenverband an. Ich brachte sie noch mit meiner Oldsmobilie in ihr Stammhaus, wo sie die Haustür mit einem dieser neumodischen Bluechips öffnete.
Sie erzählte mir bei einem Gläschen von ihrem neuen Steuerberater für ihre bescheidene Yacht im Hafen der Kleinanleger und das ihm die Fernsteuer sorgen mache, dann warfen wir unsere Kleider in ihren Aktienschrank und spielten Spekulanten unter einer dünnen Kapitaldecke. Doch schon am nächsten Morgen kam es zum Börsenkrach. Wütend warf ich das Handtuch und kündigte meinen Rücktritt an. Ich ging raschen Schrittes und sank auf einer Zentralbank nieder, aber die lästigen Wanderheuschrecken störten mich. Matt wandelte ich heim, denn dort wenigsten hatte ich noch das Monopol.
Donnerstag, 11. Juni 2026
Der Mann mit der Börse (Satire)
Rettet das Kondom! (Satire)
Wenn wir das Öl allzu schnell verprassen, hat das ganz schlimme (Adverbien sind Produkte eines schwachen Geistes), nein katastrophale Folgen, weil beispielsweise dann erstens mal Kriege dann ganz traurig aussehen würden, was total ungut wäre, warum, sag ich Ihnen gerne, nämlich wie folgt. Womit sollen die Panzer denn fahren, ja, die Bomber fliegen? Und wofür, wenn nicht mehr für Öl? Sollen Zeppeline und Rudergaleeren die Truppen vor Ort bringen? Sollen BRAUNKOHLENTAGEBAUE die strategischen Ziele der Zukunft sein?
Deswegen müssen wir so viele Windräder aufstellen, dass "die Vögel zu Fuß gehen müssen" und die werden wir mit Solarzellen verkleiden und sie werden von Erdwärme angetrieben! Ach nein, hmm. So immer wieder angepriesene Atomkraftwerke halte ich übrigens für ausgemachten Schwindel. Atome gibt es nicht wirklich, oder haben Sie schon mal eins gesehen?
Außerdem ist es ja wohl abzusehen, wann der letzte Kautschukbaum der Säge zum Opfer fällt. Das passiert, weil die Schweden sämtliche europäischen Wälder in Möbel umgewandelt haben und Ikea dann, na ist klar. Und dann kommt es zur Katastrophe, denn es können keine Kondome mehr hergestellt werden und AIDS ist weltweit auf dem Vormarsch! Dann gibt es keine Poppduos mehr, auch keine schwedischen.
Mittwoch, 27. Mai 2026
Die lieben Enkel
Bart gezupft, Gebiss geklaut,
und das neue Hemd versaut.
So als Kinderturnanlage
ist's nix auf die alten Tage.
Fange spiel'n die kleinen Erben,
schwupps, liegt das Geschirr in Scherben.
Lärm, dass es im Brägen dreht,
Oma kappt das Hörgerät.
Neu Color auf alten Drucken!
Hinterrücks das Geld stibitzt,
und das Sofabein beschnitzt.
Da, die Seife ausgetrunken
und am Ofen, spiel'n mit Funken.
Sind gerissen, diese Racker,
doch der Opa hält sich wacker.
Schwafelt Stories und Kamellen,
bis die Kinder endlich schellen.
Dienstag, 26. Mai 2026
Mondlied
Zwischen dunklen Bäumelein
lädt der Mond zum Träumen ein.
Hell und fröhlich schwebt er so,
wie der Mops im Paletot.
Wer versteht’s wohl auf der Welt,
wie der Schlingel sich da hält?
eine grauen Maus die fräße,
ihn in achtundzwanzig Tagen,
ja für einen Mäusemagen,
weiß ich, ist das echt genug,
da ich viele Mäuse frug.
Rundlich ist er, der Herr Pfarr,
hütet eine Herde gar,
manchmal wattig, weiß und klein
könn's auch schwarze Schafe sein,
die mit Diebes Stahl im Bunde,
ja und auch so manchem Hunde
dünkt er wäre liebend gern,
auf so einem Hundestern.
Liegt die Frage dann nicht nah,
der Mond sei für die Liebe da?
Küssen unterm Sternenzelt,
ganz egal, ob Wald, ob Feld.
Doch in diesem neu’n Jahrhundert
hätte mich das schon gewundert.